Kanada 2019

Pferdchenreiten in Alberta

Diesen Sonntag habe ich etwas gemacht, womit ich alle meine Freunde und Bekannten wohl ziemlich überrascht habe. Ich bin geritten…ein echtes Pferd! (Und das, obwohl ich vom Reiten genauso viel Ahnung habe, wie von chinesischen Schriftzeichen – garkeine.) Aber ich habe mir vorgenommen, jedes Abenteuer mitzunehmen, also gab es für mich keinen Grund, nicht auf einem Pferd durch die Berge zu reiten. Organisiert hat das Ganze eine Arbeitskollegin und jeder der wollte, konnte mitkommen.

Begonnen hat der Tag mit einem ziemlich leckeren Frühstück in Cochrane, nachdem ich von einer Arbeitskollegin von Zuhause abgeholt wurde. Die Fahrt dauerte mit dem Auto etwa 40 Minuten… das wäre mit meinem Fahrrad doch etwas schwierig geworden. Für manche von uns gab es Steak zum Frühstück, andere bestellten Sandwiches mit riesiegem Salatteller. Ich hatte Wurstfrikadelle (Name frei erfunden) mit Ei und weiteren schönen und leckeren Sachen. Das Lustige daran: Das Ganze fand in der Bar eines Hotels statt und da man eine Bar hier überhaupt erst ab 18 Jahren betreten darf, musste ich natürlich mal wieder als Einzige meinen Ausweis zeigen … gleich 2 Mal.

Vom Frühstück aus ging es dann satt und aufgeregt in Richtung Pferde-Ranch. Alleine der Weg dort hin war ein Traum und ich wurde mal wieder daran erinnert, warum ich mich vor ziemlich genau 7 Jahren in dieses Land verliebt habe. Am Ziel angekommen, musste ich zum dritten Mal an diesem Tag meinen Personalausweis zeigen, um überhaupt selber den „Pferde-Mietvertrag“ unterschreiben zu dürfen. Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich froh bin, jünger auszusehen als ich bin.

Dann wurden wir alle kurz ins Reiten eingewiesen (ich war glücklicherweise nicht die Einzige, die absolut keine Ahnung davon hatte) und bekamen dann alle nacheinander unsere Pferde zugewiesen. Mein Pferd hieß „Roman“ und wirkte ganz gesellig. Ich habe mich dann erst einmal ein Weilchen mit dem Tier unterhalten und versucht, ein bisschen etwas über meinen neuen Freund herauszufinden. Mein Gegenüber stellte sich aber leider als nicht allzu gesprächig heraus und so musste ich mich wohl mit seinem Namen als Information zufrieden geben.

Als wir dann endlich alle auf unseren Pferden saßen, konnte das Abenteuer auch beginnen. Der einzige Nachteil: Es fing in dem Moment in Strömen an zu regnen – aber das hat uns auch keinesfalls aufgehalten. Munter haben wir uns auf den Weg in Richtung Berge und Wald gemacht… untermalt von nicht allzu weit entferntem Donnergrollen. Aber das weiß ja auch jedes Kind, dass man sich bei Gewitter am besten auf ein Pferd setzt und in den Bergen durch die Bäume reitet.

Das Reiten an sich, hat aber erstaunlicherweise von Anfang an problemlos geklappt, was bestimmt nicht daran gelegen hat, dass die Cowboys, die mit uns geritten sind, ihre Pferde darauf trainiert haben hintereinander herzulaufen.

Circa eine halben Stunde und komplett durchnässte Klamotten später, ist zum Glück die Sonne wieder hinter den Wolken zum Vorschein gekommen und die nassen Sachen waren schnell vergessen. Ich persönlich war aber auch viel zu sehr damit beschäftigt, die Aussicht und den Ausflug zu genießen, um mir noch über meine nasse Hose Gedanken zu machen. Wer weiß, ob ich eine solche Möglichkeit so schnell noch einmal wieder bekomme. Ich habe den Trip auf jeden Fall sehr genossen und war hinterher fast traurig, dass die 90 Minuten so schnell vergangen sind. Nur meine Gesäßknochen waren ganz froh, den Pferderücken wieder losgeworden zu sein.

Zum Abschluss des Tages sind wir dann alle noch in eine Bar gefahren, wo wir den Abend haben ausklingen lassen. Was mich der Tag gelehrt hat? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Manchmal muss man auch einfach mal Dinge ausprobieren, die eigentlich überhaupt nicht zu den eigenen Stärken und Interessen gehören. Es lohnt sich und verlieren kann man dabei eigentlich auch kaum.

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