Kanada 2019

1 langes Wochenende in Banff

Am vergangenen Wochenende hatte ich das Glück, Samstag einen freien Tag bekommen zu haben. Da Montag „Labour Day“ („Tag der Arbeit“) war, was hier in Kanada ein Feiertag ist, hatte ich somit gleich 3 Tage in Folge frei. Dies habe ich natürlich ausgenutzt und bin nach Banff gereist. Mit dem Bus ging es Samstagmorgen von Calgary aus Richtung Banff. Die Busfahrt selber ging rasend schnell vorbei und wirkte längst nicht wie 2 Stunden, was wohl daran lag, dass die Aussicht aus dem Fenster schon ein Erlebnis für sich gewesen ist. Endlich hatten mich die Rocky Mountains zurrück! Das Verrückte: Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran, wie ich vor vier Jahren mit meiner Familie dort gewesen bin und habe an dem Wochenende einige Ecken wieder erkannt.

In Banff angekommen, bin ich dann erst einmal ordentlich nass geworden, denn es regnete in Strömen. Ich bin dann schnell zum Hostel gelaufen, konnte dort aber erst ab 16.00 Uhr einchecken, was dazu führte, dass ich meinen Rucksack dort einschloss und in dicken Regenklamotten in die Innenstadt lief. In Banff selber ist tatsächlich alles sehr gut fußläufig zu erreichen und ich verbrachte den Rest des Mittags/Nachmittags damit, von einem Souvenirshop in den Nächsten zu laufen. Auch hier kamen die Erinnerung von vor vier Jahren wieder hoch und ich war echt erstaunt, dass ich mich noch so gut an Alles erinnern konnte. Das absolute Highlight ist der Christmas Shop gewesen: 365 Tage im Jahr Weihnachten und Winterzauber.

Zurrück im Hostel konnte ich dann auf mein Zimmer und habe zunächst mein Bett bezogen. Außer mir schliefen in dem Zimmer noch 4 andere, die ich aber alle erst später an dem Abend kennen gelernt habe. Kurz darauf war ich aber auch schon wieder auf dem Weg Richtung Innenstadt, weil ich mich mit 2 Mädchen aus meiner Organisation verabredet hatte. Wir 3 sind einen Monat zuvor auch zusammen von Toronto nach Calgary geflogen und es war total spannend mal von anderen Work & Travellern zu erfahren, wie es denen so ergeht. Die Beiden haben mir dann Abends noch ihre Wohnung gezeigt und gleichzeitig Muffins gebacken. Von dort aus war es zu meinem Hostel wirklich nicht mehr weit, ein mulmiges Gefühl hatte ich Nachts um 22.00 Uhr dann aber trotzdem. Grund dafür war, dass genau auf der selben Straße am Morgen noch ein Grizzley gesehen wurde und alle Anwohner und Touristen ihre Häuser nur mit Bärenspray bewaffnet verlassen sollten (An meine Eltern: JA – ich habe euch das bewusst verschwiegen.)

In dieser Nacht habe ich nicht wirklich viel geschlafen. Ich bin alle 20 Minuten wieder aufgewacht, weil in dem Hostel einfach zu viele Geräusche waren. Als meine Zimmernachbarin aus Singapur dann gegen 5.30 Uhr angefangen hat ihren Koffer zu packen, habe ich es mit dem Schlafen dann ganz aufgegeben. Gegen 7.00 Uhr saß ich dann mehr oder weniger wach beim Frühstück. Ich muss zugeben, dass ich versucht habe, nicht weiter über jegliche Hygiene einer Hostelküche nachzudenken und mein Frühstück zu genießen. Während Andere doch sichtbar enttäuscht waren von dem Angebot, entsprach das Frühstück insgesamt eigentlich genau meinen Vorstellung eines inklusiven Hostelfrühstücks. 🙂 Für 4 Scheiben Toast hat es gereicht:

Nach dem Frühstück machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Bow Falls, wo ich an dem Tag hinwandern wollte, da die Fälle nur unweit von der Banffer Innenstadt entfernt liegen und einen Besuch Wert sein sollen. Weit gekommen bin ich allerdings nicht, weil mich eine Busfahrerin auf ein kostenloses Shuttle zu der Banff Gondola und den dort befindlichen heißen Quellen aufmerksam machte. Kurzer Hand bin ich dann also in den Bus gestiegen und habe mich umsonst dorthin bringen lassen.

Am Ziel angekommen beschloss ich, keine 70 Dollar für die Gondel auszugeben, weil die Wolken an dem Tag sehr sehr tief hingen und die Webcam zeigte, dass man oben kaum etwas vom Tal sehen konnte. Stattdessen machte ich mich auf den Weg zu den heißen Quellen, eigentlich nur, um mir diese von oben mal anzuschauen. 10 Minuten später stand ich mit Handtuch und extra „Oldfashion-Badeanzug“ in der Umkleidekabine und freute mich, gleich ein heißes Bad genießen zu können. Gesagt getan: Die heißen Quellen scheinen von Außen betrachtet wie ein ganz normales Schwimmbecken – man braucht allerdings nur den kleinen Zeh ins Wasser halten um festzustellen, dass dieser Anschein trügt. 39 °C machen den Badespaß zu einem echten Erlebnis. Dass man dabei mitten in den Rocky Mountains ist und die Außentemperatur nicht mehr als 5 °C hergibt, lässt das Erlebnis natürlich nicht unbedingt langweiliger werden. Alle 10 Minuten setzt man sich also an den Rand und wartet, bis man wieder runtergekühlt ist. Das Lustige: Obwohl es an der Luft so kalt ist,dass ich morgens über Handschuhe nachdenke, dauert es eine ganze Weile, bis man überhaupt mal irgendwas von kalten Temperaturen spürt. Nach einer Stunde füllte sich das Becken immer mehr mit Touristen. Ich beschloss, dass die Quellen ihre heilende Wirkung jetzt zu Ende gewirkt haben mussten und floh, bevor das große Tummeln losging.

Gestärkt ging es für mich dann wieder ins Tal, um dort mein ursprüngliches Ziel (die Wasserfälle) zu verfolgen. Doch auch dieses Mal wurde ich aufgehalten. Mitten in einem traumhaften Park zwischen Stadt, Bergen und See wartete eine Hochzeitsgesellschaft auf das Eintreffen der Braut. Zugegebener Maßen war ich ziemlich neugierig und habe es mir nicht nehmen lassen, das ganze Spektakel in einigem Abstand zu beobachten. Nach einer Viertelstunde wurde dann verkündet, dass sich die Braut leider verspätet, weil ein Zug den Weg versperrt. Dazu muss man jetzt wissen, dass die Züge teilweise so lang sind, dass man 10 Minuten dabei zuschauen kann, wie einer über die Schienen donnert. Naja ein wenig später kam die Braut dann aber doch endlich und ich muss zugeben: der Anblick dieser Zeremonie war atemberaubend!

Nach ein paar Minuten habe ich dann aber beschlossen, die Zeit lieber zu nutzen und endlich meine kleine Wanderung zu starten. Hier blende ich einfach mal ein paar Bilder ein, denn diese sprechen für sich. Bei den Fällen habe ich entdeckt, dass es von dort aus bis zum berühmten Fairmont Hotel nicht mehr weit ist. Also habe ich meine Wanderung noch ein bisschen erweitert und das Hotel kurz darauf sowohl von Innen als auch von Außen bewundert. Aber wie gesagt, seht selber:

So langsam taten mir dann aber auch echt die Füße weh und ich konnte spüren, dass ich die letzte Nacht nicht viel geschlafen hatte. Ich bin also langsam wieder Richtung Innenstadt gelaufen. Dort bin ich dann mehr oder weniger aus Versehen in eine Gruppe Menschen gelaufen, die um ein Lagerfeuer saß, Marshmellows röstete und dabei einem Theaterstück über die wichtigsten Persönlichkeiten des Nationalparks zuschauten. Das habe ich mir natürlich nicht endgehen lassen und mich dazu gesetzt. Ich habe an dem Abend tatsächlich Menschen von überall aus der Welt kennengelernt und viel zu schnell ging die Zeit vorbei.

Ziemlich müde und voller Eindrücke bin ich dann wieder Richtung Hostel gelaufen. Diese Nacht kamen alle meine Mitbewohner von irgendwo aus Großbritannien. Zwar alle aus ganz unterschiedlichen Ecken aber immerhin. Wir haben dann noch eine Stunde Erlebnisse ausgetauscht, sind kurz darauf aber auch ziemlich schnell eingeschlafen. Ich war für den nächsten Tag mit meiner Vermieterin aus Airdrie verabredet und wir hatten geplant, nach Lake Louise (DEM Postkartenmotiv Kanadas) zu fahren und dort wandern zu gehen. Das ist allerdings ein eigenen Blogeintrag wert und erscheint dann in Kürze. Meine 2 Tage in Banff waren auf jeden Fall total schön und haben mich ein weiteres Mal daran erinnert, warum ich dieses besondere Land so sehr liebe. Einfach ein Traum!

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